Vier Tage, rund 2.800 Höhenmeter, wechselhaftes Wetter und ein großes gemeinsames Ziel: Neun Schülerinnen und Schüler der Bergsteiger-AG der Realschule Gaggenau haben sich nach einem Jahr intensiver Vorbereitung den Traum erfüllt und Deutschlands höchsten Berg bestiegen.
Vom 13. bis 16. Juli führte die Tour von Garmisch-Partenkirchen über das Reintal bis auf die 2.962 Meter hohe Zugspitze – ein Erlebnis, das allen Beteiligten lange in Erinnerung bleiben wird.
Begleitet wurden die Jugendlichen von den Lehrkräften Ludwig Oberle, Simone Olwitz und Nicolai Szymanski, die die Bergsteiger-AG seit einem Jahr auf dieses besondere Projekt vorbereitet hatten. Neben regelmäßigen Trainingseinheiten standen Konditionsaufbau, Trittsicherheit, Ausdauer und das richtige Verhalten im Hochgebirge auf dem Programm. Das gemeinsame Ziel war von Anfang an klar: die Besteigung der Zugspitze aus eigener Kraft.
Um 05.00 Uhr ging es mit der Bahn zunächst von Baden-Baden nach Garmisch-Partenkirchen. Denn bereits am ersten Tag wartete mit dem Aufstieg über den Jägersteig zum Kreuzeckhaus die erste anspruchsvolle Etappe. 900hm mit duchschnittlich 10kg Gepäck ließen die Gruppe schon ordentlich schwitzen.
Vom Kreuzeckhaus konnte die Gruppe dann erstmalig das finale Ziel – den Zugspitzgipfel – in der Ferne schon erkennen. Am nächsten Morgen führte der Weg schon früh über den aussichtsreichen Bernadein-Steig hinab ins Reintal. An der Bockhütte machte das Wetter den jungen Bergsteigern allerdings einen Strich durch die Rechnung: Ein kräftiges Gewitter zwang die Gruppe zu einer längeren Pause. Statt sich darüber zu ärgern, nutzten alle die Zeit ganz gelassen – bei einer kühlen Buttermilch wurde das Ende des Unwetters abgewartet. Es zahlte sich aus, denn auf dem Weg entlang der Partnach besserte sich das Wetter zunehmend, so dass die Reintalangerhütte bei strahlendem Sonnenschein erreichte wurde. Während die einen mit einem Brett auf der stehenden Welle der Partnach surften, unternahm ein anderer Teil noch einen Abstecher zur beeindruckende Partnachquelle. Bei bester Laune und unterhaltsamem Kartenspiel ließ man den Tag in der urigen Hütte ausklingen.
Auch am dritten Tag spielte das Wetter zunächst nicht ganz mit. Erst als sich ein stabiles Zeitfenster ohne Gewitter abzeichnete, setzte die Gruppe ihren Aufstieg fort. Steil führte der Weg aus dem Reintal hinauf auf die Abbruchkante des Zugspitzplatts. Mit Verlassen des Reintals verließ man auch den typischen Bergwald und es zeigte sich dann zunehmend die besondere Alpenflora und – fauna mit Alpenrosen, Latschen und Alpensalamandern. Die Baumgrenze war bald erreicht und über nackten Fels ging es hinauf zur hochalpinen Knorrhütte auf 2051m. Nach der körperlichen Anstrengung schmeckte das Skiwasser auf der Panoramaterrasse besonders lecker. Nach dem leckeren Hüttenessen und einem gemütlichen Hüttenabend bezogen die Schüler ein letztes Mal das Matratzenlager.
Gipfeltag: Früh am nächsten Morgen begann der letzte Anstieg. Über das weite Zugspitzplatt führte der geröllige und felsige Weg zunächst bis auf das auf 2600m gelegene Sonnalpin. Da einer Schülerin der weitere Anstieg aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, entschied die Gruppe unisono die letzten Höhenmeter mit der Gletscherbahn auf den Gipfel zu fahren. Als die Schüler schließlich das Gipfelkreuz der Zugspitze erreichten, waren Freude, Stolz und Erleichterung gleichermaßen groß. Der Blick über das Alpenpanorama belohnte alle Mühen der vergangenen Monate und machte deutlich, dass sich das intensive Training und die sorgfältige Vorbereitung gelohnt hatten.
Der Abstieg erfolgte bequem mit der deutschen Zugspitzbahn-Seilbahn. Anschließend ging es mit dem Zug weiter nach München. In einem traditionellen Biergarten ließ die Bergsteiger-AG ihre erfolgreiche Tour bei zünftigen bayerischen Spezialitäten Revue passieren, bevor der Zug am Abend sie wieder zurück in die Heimat brachte.
Für die neun Schülerinnen und Schüler war die Besteigung der Zugspitze weit mehr als nur eine Wanderung. Zum einen lernten sie auf den zahlreichen Vortouren ihre Heimatregion besser kennen, zum anderen lernten sie, sich aufeinander zu verlassen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und auch in schwierigen Situationen – wie der Entscheidung für die Gletscherbahn kurz vor dem Gipfel – als Team zusammenzuhalten. Genau diese Erfahrungen machen die Bergsteiger-AG der Realschule Gaggenau zu etwas Besonderem – und die Zugspitztour 2026 zu einem unvergesslichen Höhepunkt des Schuljahres.
Weitere Impressionen von der Tour finden Sie in unserer Fotogalerie!
Text und Fotos: Realschule Gaggenau (Nicolai Szymanski / Simone Olwitz)









