Die Bienen-AG an der Realschule Gaggenau existiert seit 2006. Seitdem konnte Lehrer Sebastian Knapp 15 Schüler zu Jungimkern ausbilden. Auch nach dem Verlassen der Schule sind die Jungimker ihrem Hobby treu geblieben und sind seither eine aktive Stütze im Imkerverein Gaggenau, der seit Bestehen der Bienen-AG wieder einen Zuwachs an Mitgliedern verbuchen kann.

Kooperationspartner hat die Bienen-AG auch im eigenen Haus, so kümmert sich die Garten-AG von Lehrer Florian Müller im Schulgarten um die Bienenweide und die Technik-AG von Lehrer Dirk Böhmer hat zusammen mit den Mitgliedern der Bienen-AG Bienenbeuten entworfen und gebaut.

Im Jahr 2010 wurde die Bienen-AG von der Schulstiftung des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Schulstiftung förderte die bis vor Kurzem von Sebastian Knapp betreute Arbeitsgemeinschaft mit 950 Euro. Von den Stiftungsgeldern erwarb die Bienen-AG neue Geräte, wie z. B. Stockmeißel, Smoker, Imkerhüte und vieles mehr. Außerdem wurden neue Zuchtvölker gekauft.

Seit diesem Schuljahr wird die Bienen-AG vom Kollegen Nicolai Szymanski geleitet.

Das Projekt „Erhalt der Streuobstwiesen im Murgtal“

Das Murgtal mit seinen herrlichen Vorbergzonen ist schon immer geprägt von extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen. Diese zu erhalten und in den Blick der Jugend zu bringen ist Ziel eines Projektes, das die Realschule im Fachgebiet „Wirtschaft – Verwalten – Recht“ auf Anregung von Realschullehrer Dirk Böhmer seit 2010 jedes Jahr für eine 8. Klasse anbietet. Unterstützt wird er bei diesem Projekt von seinen Kollegen Holger Maier und Sebastian Knapp.

Das Projekt ist in drei Phasen eingeteilt. In der ersten Phase ernten die Schüler Äpfel. Die Apfelbäume zur Ernte kommen von der Stadt Gaggenau und den Schülern des Projektes. Die Ernte wird in der Fruchtsaftkelterei Pregger in Gaggenau-Ottenau zu Apfelsaft gepresst und in Flaschen abgefüllt. Firmenchef Kurt Pregger ist vom Projekt so begeistert, dass er es seit Beginn begleitet und mit Rat und Tat unterstützt. Auf die Flaschen kommt ein von Schülern entworfenes Etikett. Unterstützt wurden die Schüler dabei von der Agentur “der punkt” in Karlsruhe. Der Saft wird auf dem Gaggenauer Wochenmarkt, in der Schule und von den Schülern direkt vermarktet.

In der zweiten Phase des Projektes werden mit dem Erlös aus dem Saftverkauf Streuobstbäume gekauft und diese rund um unsere Schule gepflanzt. So ist in den zurückliegenden Jahren eine schuleigene Streuobstwiese mit über 50 Bäumen entstanden. Außerdem wurden die Birnbäume an der Hubstraße wieder angepflanzt.

In der dritten Phase geht es um drei Dinge: Pflege, Einbindung in den Unterricht und Sensibilisierung für die Kulturlandschaft Streuobstwiese im vorderen Murgtal – kurz: um die nachhaltige Wirkung des Projektes.

Um die Pflege der Bäume zu gewährleisten, hat die Schule eine Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Bad Rotenfels, der die Schüler auch schon bei der Auswahl der Baumsorten und deren Pflanzung berät. Der OGV und Realschullehrer Sebastian Knapp werden mit den Schülern der Schule in Zukunft auch Baumschnittkurse durchführen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Integration in den Unterricht. So wird die Obstblüte in der 5. Klasse im Fach NWA behandelt und kann von nun an nicht nur im Buch, sondern direkt vor der Schultür bestaunt werden. Außerdem freuen sich die schuleigenen Bienen der Bienen-AG über eine Ergänzung des Pollen- und Nektarangebotes im Frühjahr durch die Blüte unsrer Bäume.

Das Wichtigste ist jedoch, die Schüler für die Kulturlandschaft Streuobstwiese zu sensibilisieren. Vielleicht pflegen die Schüler in naher Zukunft das „Äckerle“ vom Opa und tragen somit zum Erhalt der Streuobstwiesen bei.

Kooperationspartner bei diesem Projekt sind neben der Kelterei Pregger und dem OGV noch die Lebenshilfe, die die Schüler bei deren Saftprojekt an zwei Sammelterminen unterstützt.

Mit diesem Projekt gewann die Realschule 2010 und 2011 den Preis „Ideen Initiative Zukunft“, der von der UNESCO und dem dm-Drogeriemarkt ausgelobt wurde.

Im Rahmen des Themenorientierten Projektes „Wirtschaften, Verwalten, Recht“ (TOP WVR) hat sich die Klasse 8d der Realschule unter der Leitung der Klassenlehrerin Esther Wickersheimer dazu entschlossen, Schulkleidung für die Realschule mit Schullogo zu entwerfen und auch zu verkaufen.

Aus diesem Grund bildeten die Schülerinnen und Schüler in den drei Projektwochen Gruppen, die beispielsweise zuständig waren für das Design, die Vermarktung und die Gestaltung des Verkaufsstandes, die Sponsorensuche sowie die Kontaktaufnahme mit einem geeigneten Hersteller. Ebenso erstellten die Schülerinnen und Schüler Bestelllisten für die ganze Schule und gingen fleißig mit einigen T-Shirts und Pulli-Modellen auf Werbetour.

Auch am Tag der offenen Tür konnte die neue Schulkleidung am Verkaufsstand der 8d bewundert werden. Die Klassenlehrerin zeigt sich begeistert vom Einsatz ihrer Schülerinnen und Schüler. Das Projekt wurde maßgeblich von der Klasse selbst geleitet. Das Design entstand aus Schülerhänden. Dabei zeigte die Klasse sehr viel Einsatz und opferte zusätzlich einige große Pausen und auch Nachmittage, allen voran Marco Fritz und Marvin Kirschke, um Bestellzettel anzunehmen oder die Kleidungsherstellung zu begleiten.

Nun sind die ersten Bestellungen ausgeliefert worden und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Dank unseren Sponsoren Lackiererei Hahn Ottenau, Firma Design Point Ottenau, Firma Dreher Ottenau und Firma z-müller Gaggenau konnte die Schulkleidung sehr preisgünstig angeboten werden!

Natürlich kann noch dieses Schuljahr bestellt werden.

Es ist geplant, das Projekt im nächsten Schuljahr innerhalb des TOP WVR weiterzuführen.

Im Rahmen ihres WVR-Projektes im Jahr 2009 entschlossen sich die damaligen Klassen 8b und 8c hinter dem Schulgebäude einen neuen Schulgarten anzulegen. Das Projekt beinhaltete die Phasen Planung, Durchführung und Reflexion und bereitete die Schülerinnen und Schüler damit auf die Fächerübergreifende Kompetenzprüfung im 10. Schuljahr vor, in der ebenfalls ein Projekt durchgeführt werden soll.

Das Gelände für den neuen Schulgarten liegt hinter dem Schulgebäude und umfasst eine Fläche von ca. 500 m2, die zuvor hauptsächlich aus Rasen und einem kleinen gepflasterten Hof bestand und bisher kaum genutzt wurde.

Ein naturnaher Garten ist ein wertvoller Lernort der Schule. Hier kann Natur mit allen Sinnen erfahren werden. In einer Zeit, in der der Bezug zur Natur zunehmend verloren geht, ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen unsere natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen. Durch die Anpflanzung von Gemüse, Kräutern und Blumen sollen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse über biologischen Anbau vermittelt bekommen. Unser Schulgarten soll jedoch nicht nur Nutzgarten sein, es sollen auch Lebensräume für verschiedene Tiere geschaffen werden.

Während der ersten Projektwoche im Oktober 2009 erstellten die Schülerinnen und Schüler einen Gartenplan, legten die ersten Wege an und pflanzten Obstbäume sowie mehrere Beerensträucher. Des Weiteren wurden zwei Komposthaufen angelegt. Damit der Schulgarten genügend Sonne bekommt, mussten drei große Bäume gefällt und der Entwässerungsgraben hinter der Schule von kleinen Bäumen und Gebüsch befreit werden.

In der zweiten Projektwoche Anfang Dezember 2009 befassten sich die beteiligten Klassen hauptsächlich mit der Renaturierung des kleinen Hofes. Zunächst wurden Teile der Bepflasterung entfernt. Danach konnte der Schulteich ausgehoben und eine Lagerfeuerstelle mit Sitzgelegenheiten angelegt werden. Zur Sicherung des Schulgartens wurde ein 40 Meter langer Zaun benötigt, um den Garten vor Vandalismus zu schützen und um sicherzustellen, dass keine schulfremden Personen im Schulteich, der bis zu 2 Meter tief ist, ertrinken. Dafür gruben die Schüler 20 Fundamente für den Zaun und das Zufahrtstor.

In der dritten Projektwoche fertigten die Schülerinnen und Schüler eine Wildbienenwand an. Außerdem hoben die Schüler die Fundamente für das Garten- und das Holzbackhäuschen aus.

 

Bau des Backhauses

Alle am Bau beteiligten Schülerinnen und Schüler versammelten sich am Dienstag, den 27.07.2010, im Schulgarten, um das Richtfest für das neue Backhaus zu feiern. Zusammen mit den betreuenden Lehrern Florian Müller, Sebastian Knapp und Dirk Böhmer lauschten sie dem Richtspruch: „Herr, lass dir gefallen Dieses kleine Haus, Größre kann man bauen, Mehr kommt nicht heraus.“ (Johann Wolfgang von Goethe), der von Marco Schmittner aus der Klasse 9a vorgetragen wurde.

Der Bau des Backhauses war echtes Teamwork zwischen den einzelnen Klassen und den beteiligten Arbeitsgemeinschaften. Die Planung der einzelnen Bauabschnitte lag bei den Technikgruppen der Klassen 7 bis 9. Die Siebtklässler planten das Fundament, die Achtklässler die Säulen und die Betonplatte für den Ofen und die Technikgruppe der Klasse 9 den Dachstuhl. Bei der Ausführung der Arbeiten halfen dann die Schüler der Schulgarten-, der Bienen- und der Technik-AG fleißig mit und so konnte innerhalb von nur sechs Wochen das Backhaus erstellt werden.

Im Schulleben ist der Schulgarten Unterrichtsort und Treffpunkt. Die 5. Klassen erforschen hier im Fach NWA die Tier- und Blütenwelt und zum Schuljahresende ist der Platz rund um das Lagerfeuer und das Backhaus ein beliebter Ort für Klassenfeiern und Elternabende. Der Schulgarten wird von Herrn Knapp, Herrn Böhmer und Herrn Müller betreut.

Im Zuge eines WVR-Projektes im Jahr 2009 beschäftigte sich die damalige Klasse 8b mit der Geschichte der jüdischen Mitbürger in Gaggenau und leistete damit die Vorarbeit für eine Stolpersteinverlegung durch den Künstler Gunter Demnig in Gaggenau.

Mit Stolpersteinen soll an das Schicksal von Menschen erinnert werden, die durch die Nationalsozialisten verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Steine sind aus Beton und haben eine Kantenlänge von circa 10 cm. Auf ihnen ist eine beschriftete Messingplatte angebracht, auf der man den Namen, das Geburtsjahr und das Schicksal eines Menschen, meist das Datum der Deportation oder des Todes, nachlesen kann. Sie werden vor die zuletzt selbst ausgesuchten Wohnhäuser der Opfer in das Pflaster des Gehwegs eingelassen.

Nach ausführlichen Recherchearbeiten, einer erfolgreichen Präsentation über das Vorhaben im Gemeinderat, dem Sammeln von Spenden und tatkräftiger Unterstützung durch Herrn Behne und Herrn Peters und den Arbeitskreis „Gedenken“, der sich am 12. März 2009 konstituiert hatte, konnten die Stolpersteine am 7. Oktober 2009 verlegt und damit die WVR-Projekt-Idee realisiert werden.

Die erste Verlegung der Stolpersteine fand in der Landstraße 34 statt. Die Schülerinnen und Schüler, ihre Klassenlehrerin Frau Herbstreith und der Arbeitskreis „Gedenken“ trafen sich dort mit dem Künstler Gunter Demnig, dem Oberbürgermeister Christof Florus, dem Hördener Ortsvorsteher Matthias Albrecht und einigen Bürgern. Die ersten beiden Stolpersteine wurden dort für Ludwig und Julie Stern verlegt, die nächsten zwei Steine wurden zum Gedenken an Julius und Emilie Maier in der Landstraße 49 eingelassen. Zu Fuß ging es zum nächsten Verlegeort in die Hördenerstraße 5. Dort erinnern die Steine an Hans Meier und Zerline Stengel. Daraufhin ging es nach Gaggenau in die Hauptstraße 101, wo der letzte Stolperstein zum Gedenken an Nathan Kahn verlegt wurde.

Die Klasse gestaltete außerdem mit der Hilfe ihrer Klassenlehrerin eine Homepage, auf der man etwas über die unterschiedlichen Lebens- und Leidenswege unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger in Gaggenau und Hörden erfährt.

Mit diesem Projekt trug die Klasse Sorge dafür, dass die jüdischen Mitbürger, die durch die nationalsozialistische Diktatur ums Leben kamen, nicht in Vergessenheit geraten. Es ging den Schülerinnen und Schülern darum zu zeigen, dass ein Mensch erst dann vergessen ist, wenn sein Name vergessen ist.

Das WVR-Projekt der ehemaligen Klasse 8b wirkt auch an der Realschule weiter: Jährlich am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, machen sich Neuntklässler der Realschule Gaggenau mit ihrer engagierten Geschichtslehrerin Frau Wunsch auf den Weg zu den verlegten Stolpersteinen, um diese mit einer entsprechenden Politur zu pflegen. Dabei erfahren sie von Herrn Behne und Herrn Peters mehr über das Leben, die Berufe, die Familienumstände und das Schicksal der jüdischen Familien, die einst dort gelebt hatten.

Zu den oben genannten Stolpersteinen kamen in der Folge noch weitere hinzu: Am 9. November 2013 wurden durch den Arbeitskreis „Gedenken“ fünf Steine für den Rotenfelser Arzt Isidor Meyerhoff und seine Familie verlegt.

Im Sommer 2014 erhielt Frau Herbstreith einen berührenden Brief von Susan Baum, der Enkelin von Dr. Isidor Meyerhoff. Sie bedankte sich dafür, dass sie die Bilder und Geschichten ihres Großvaters auf der Homepage der Realschule Gaggenau finden konnte.

Hier ihre Nachricht:

To the Class 8b of 2008, teachers, and sponsors,

I recently came across your Project Stolperstein on the internet and want to thank you with all my heart. I am the granddaughter of Dr. Isidor Meyerhoff and the daughter of Trudel. What joy I felt when I saw the photos and article about my grandfather! I have very few pictures of him, but my mother often told me stories about how kind he was to everyone and that he could whistle any tune with perfect pitch.

If it is possible for you to contact any of the students who participated in this research project, please tell them of my deep appreciation for their efforts. It gives me great hope for the future to realize that so many young people throughout the world are thoughtful and caring.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

With sincere gratitude to all of the students, teachers, and sponsors, “You will never be forgotten!”  Susan Baum

 

 

Weitere Informationen zum (Kunst-)Projekt “Stolpersteine” von Gunter Demning finden Sie hier.